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Hypercholesterinämie: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann sich negativ auf den Herz-Kreislauf auswirken (Bild von Freepik).

Hypercholesterinämie ist eine weit verbreitete Erkrankung, die durch einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut gekennzeichnet ist. Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die für verschiedene Körperfunktionen unerlässlich. Es ist an der Bildung von Zellmembranen, Hormonen und Vitamin D beteiligt. Ein übermäßiger Cholesterinspiegel, insbesondere des sogenannten "schlechten" LDL-Cholesterins, kann jedoch zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die Ursachen der Hypercholesterinämie sind vielfältig. Sie lassen sich in genetische und durch einen bestimmten Lebensstil ausgelöste Faktoren unterteilen. Familiäre Hypercholesterinämie ist eine vererbte Form, die bereits im Kindesalter zu hohen Cholesterinwerten führen kann. Der Grund dafür ist häufig eine Genmutation, die die Funktion von LDL-Rezeptoren oder Lipoproteinen beeinflussen.

Neben der genetischen Ursache sind vor allem ungesunde Ernährung mit hohem Anteil an gesättigten Fetten, Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum aus Auslöser zu nennen. Als Begleiterkrankungen treten zu dem häufig Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenunterfunktion und chronische Nierenerkrankungen auf.

Besonders tückisch ist, dass die Hypercholesterinämie selbst in der Regel keine Symptome verursacht. Sie wird meist erst durch routinemäßige Blutuntersuchungen entdeckt. Allerdings kann ein langfristig erhöhter Cholesterinspiegel zur Bildung von Plaques in den Arterien führen, was das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen erhöht. Mögliche Symptome wie Brustschmerzen, Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung und gelbliche Fettablagerungen an Hau oder Augenlidern können dann bei Komplikationen auftreten.

Die Diagnose der Hypercholesterinämie erfolgt in der Regel durch Bluttests, bei denen der Lipidstatus bestimmt wird. Zu den gemessenen Werten gehören das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein), das HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein) und Triglyceride, die Fettsäuren transportieren und zur Energiespeicherung dienen. Ein LDL-Wert über 160 mg/dl wird dabei als erhöht angesehen, wobei dieser Wert je nach individuellen Risikofaktoren angepasst wird.

Die Behandlung von Hypercholesterinämie umfasst sowohl nicht-medikamentöse als auch medikamentöse Maßnahmen. Im Vordergrund steht die Veränderung des Lebensstils. Vor allem die Etablierung einer gesunden Ernährung mit wenig gesättigten Fetten und reichlich ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen sowie Omega-3-Fettsäuren ist wichtig. Dazu sollte auch regelmäßige körperliche Aktivität in den Alltag integriert werden, um den HDL-Spiegel zu erhöhen und LDL zu senken.

Bei vorhandenem Übergewicht sollte dieses kontrolliert abgenommen werden. Der Verzicht von Tabak und Alkohol rundet die Anpassung des Lebensstils ab. Medikamentös können zum Beispiel Staine gegeben werden, die die Cholesterinproduktion in der Leber hemmen. Ezetimib reduziert dagegen die Aufnahme von Cholesterin im Darm. Zuletzt gibt es noch PCSK9-Hemmer, welche die LDL-Rezeptoren verstärken und somit den Abbau von LDL-Cholesterin fördern können.

Die Prognose bei Hypercholesterinämie hängt stark von der frühzeitigen Diagnose und Behandlung ab. Unbehandelte kann sie zu Atherosklerose führen und damit das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich erhöhen. Präventive Maßnahmen durch die Anpassung des Lebensstils spielen deswegen eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Hypercholesterinämie und ihren schwerwiegenden Folgen.

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