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Stigmatisierung von Stoffwechselstörungen

Einsamkeit, Selbstzweifel und Angst sind nur einige Folgen von Stigmatisierung (Bild von Freepik).

Obwohl Erkrankungen, die auf eine Störung des Stoffwechsels zurückzuführen sind, häufig medizinisch gut diagnostizierbar und behandelbar sind, leiden viele Betroffene zusätzlich unter sozialer Stigmatisierung. Sie stoßen auf Unverständnis in ihrem Umfeld. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieser Stigmatisierung, deren Auswirkungen auf Betroffene sowie Strategien zum Umgang mit dem Unverständnis.

Stigmatisierung gegenüber Menschen mit Stoffwechselstörungen entsteht häufig durch Unwissenheit, Vorurteile und fehlende Sensibilisierung. Da einige dieser Erkrankungen äußerlich sichtbare Merkmale zeigen können, wie etwa Übergewicht bei Adipositas oder Hautveränderungen bei bestimmten Erkrankungen, werden Betroffene häufig mit negativen Zuschreibungen konfrontiert.

Ein weiterer Grund für Stigmatisierung ist der Irrglaube, dass betroffene Menschen ihre Erkrankung selbst verursacht haben oder dass sie durch reines Willenskrafttraining ihre Symptome überwinden könnten. Beispielsweise wird Menschen mit Adipositas oft unterstellt, sie seien einfach „willensschwach“ oder hätten keine Disziplin, obwohl Adipositas oft komplexe genetische, hormonelle und umweltbedingte Ursachen hat.

Solche und ähnliche Aussagen gegenüber Menschen mit Stoffwechselstörungen kann schwerwiegende Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit haben. Häufige Erfahrungen von Ablehnung, Beschämung oder Schuldzuweisungen führen nicht selten zu einem verringerten Selbstwertgefühl, Depressionen oder Angststörungen. Zudem kann die Stigmatisierung dazu führen, dass Betroffene medizinische Hilfe und Unterstützung aus Angst vor weiterer Diskriminierung meiden. Die Erkrankung bleibt sodann unbehandelt – im schlimmsten Fall verschlimmern sich die Symptome.

Auch das soziale Leben der Betroffenen kann erheblich eingeschränkt werden. Viele Menschen fühlen sich gezwungen, ihre Erkrankung zu verbergen, um negative Reaktionen zu vermeiden. Dies kann insbesondere im beruflichen Umfeld oder in sozialen Netzwerken zu Isolation und Rückzug führen.

Der Umgang mit Stigmatisierung und Unverständnis erfordert sowohl individuelle Bewältigungsstrategien als auch gesellschaftliche Maßnahmen zur Aufklärung und Sensibilisierung. Auf individueller Ebene können Betroffene versuchen, selbstbewusst über ihre Erkrankung aufzuklären und sich in unterstützenden Gemeinschaften mit Gleichgesinnten in Selbsthilfegruppen auszutauschen. Dieser Austausch kann ein Gefühl der Solidarität vermitteln und das Selbstwertgefühl stärken.

Bildung und Aufklärung spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle im Abbau von Vorurteilen. Kampagnen, die über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Stoffwechselstörungen informieren, können dazu beitragen, falsche Vorstellungen in der Gesellschaft zu korrigieren. Zudem sollten medizinische Fachkräfte und Pädagogen besser geschult werden, um eine wertfreie, empathische Kommunikation zu gewährleisten.

Zuletzt sind auch Medienberichte, sowie die allgemeine öffentliche Darstellung von Stoffwechselstörungen wichtig, da sie maßgeblich zur Formung gesellschaftlicher Meinungen beitragen. Leider sind viele Darstellungen der Störungen stark vereinfacht oder Sensation orientiert. Besonders bei Themen wie Adipositas wird häufig ein moralischer Zeigefinger erhoben, was die Stigmatisierung verstärkt.

Eine faire und sachliche Berichterstattung, die auf wissenschaftlich fundierten Informationen basiert, kann dazu beitragen, die Wahrnehmung in der Gesellschaft zu verbessern. Auch Betroffene, die offen über ihre Erkrankung sprechen, können einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung leisten und so ein authentisches Bild ihrer Lebensrealität vermitteln.

Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns gerne über das Kontaktformular des Gesundheitsportals.

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