Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Was ist Gicht

Gicht tritt plötzlich auf und kommt mit starken Schmerzen in betroffenen Gelenken einher (Bild von Freepik).

Hinter dem Wort Gicht steckt eine Form der entzündlichen Arthritis, die durch Ansammlung von Harnsäurekristallen in den Gelenken entsteht und starke Beeinträchtigung verursacht. Die Kristalle bilden sich, wenn im Blut zu viel Harnsäure vorhanden ist (Hyperurikämie). Gicht tritt oft plötzlich auf und kann neben Schmerzen in den großen Zehen auch andere Gelenke betreffen. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.

Ein akuter Gichtanfall äußert sich typischerweise durch plötzliche, starke Schmerzen in einem oder mehreren Gelenken, Rötung, Schwellung und Erwärmung der betroffenen Gelenke, Empfindlichkeit der Haut über der betroffenen Stelle und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenkes. Die Anfälle treten oft nachts oder frühmorgens auf und können Stunden bis Tage andauern. Unbehandelt kann Gicht zu wiederkehrenden Anfällen führen, die langfristigen Gelenkschäden nach sich ziehen. Häufig betroffene Gelenke sind neben dem großen Zeh auch die Knöchel, Knie, Finger und Handgelenke.

Wie aber kann es überhaupt zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut kommen? Das kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, darunter eine purinreiche Ernährung mit Lebensmitteln wie rotes Fleisch oder Meeresfrüchte. Auch Übergewicht, bestimmte Medikamente, übermäßiger Alkoholkonsum, Dehydrierung oder eine genetische Veranlagung können zu einem erhöhten Harnsäurespiegel führen. Zuletzt sind auch Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen ein Risikofaktor, um Harnsäure im Blut konzentriert vorzufinden.

Die Behandlung von Gicht zielt darauf ab, akute Anfälle zu lindern und zukünftigen Anfällen vorzubeugen. Sie kombiniert dabei Medikamente, natürliche Behandlungsansätze und eine Anpassung des Lebensstils. Häufig kommen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur Schmerzlinderung zum Einsatz, sowie Colchicin zur Reduzierung von Entzündungen in den Gelenken. Zur langfristigen Kontrolle werden zudem Medikamente verschrieben, die die Harnsäure im Blut senken.

Neben den Medikamenten sollte eine Ernährungsumstellung erfolgen, um purinreiche Lebensmittel zu vermeiden. Daran schließt sich die Gewichtskontrolle und Einschränkung des Alkoholkonsums. Auch regelmäßige körperliche Bewegung sollte in den Alltag mit eingebunden werden, um Gicht Anfällen vorzubeugen. Natürliche Behandlungsansätze integrieren eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, Anwendung von Kühlpacks zur Linderung von Schmerzen und den Verzehr von Kirschen oder Vitamin-C-reichen Lebensmitteln, die Harnsäurewerte senken können.

Zur Vorbeugung von Gichtanfällen ist es sehr wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen. Dies umfasst nicht nur eine ausgewogene Ernährung, sondern auch regelmäßige Bewegung und die Kontrolle des Körpergewichts. Auch der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und zuckerhaltige Getränke ist empfehlenswert. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind zudem entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen und Schäden der Gelenke zu vermeiden. Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten regelmäßig ihre Harnsäurewerte überprüfen lassen.

Die gute Nachricht: Gicht ist eine behandelbare Erkrankung, die bei frühzeitiger Diagnose und entsprechender Therapie gut kontrolliert werden kann.

Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns gerne über das Kontaktformular des Gesundheitsportals.

Suche 116117 Apothekennotdienst Login