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Was ist Zöliakie

Das Protein Gluten steckt vor allem in Getreide (Bild von azerbaijan_stockers auf Freepik).

Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten eine Entzündungsreaktion im Dünndarm auslöst. Gluten selbst ist ein Protein, das in Weizen, Roggen, Gerste und verwandten Getreidesorten vorkommt. Die Erkrankung betrifft Menschen weltweit und kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, wenn sie nicht richtig behandelt wird. In diesem Artikel wird erklärt, was Zöliakie ist, welche Ursachen und Symptome sie hat und wie die Diagnose sowie Behandlung aussehen.

Wenn Menschen mit Zöliakie glutenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, greift ihr Immunsystem fälschlicherweise die Darmschleimhaut an. Das führt zu einer Schädigung der Zotten, den fingerartigen Ausstülpungen im Dünndarm, die für die Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich sind. Eine fortgesetzte Schädigung dieser Strukturen kann dann zu einem Nährstoffmangel führen und eine Vielzahl von Symptomen mit sich bringen.

Die genauen Ursachen der Zöliakie sind noch nicht vollständig geklärt, doch genetische Veranlagungen spielen eine bedeutende Rolle. Menschen mit bestimmten genetischen Markern haben ein erhöhtes Risiko, an Zöliakie zu erkranken. Allerdings entwickeln nicht alle Menschen mit diesen Genen tatsächlich die Krankheit. Weitere Risikofaktoren können familiäre Vorbelastung und andere Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes sein.

Die Symptome können von Person zu Person erheblich variieren. Manche Menschen haben deutliche Magen-Darm-Beschwerden, während andere nur unspezifische Symptome aufweisen, die auf den Nährstoffmangel zurückzuführen sind. Häufige Symptome sind Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Anämie, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Muskelschwäche, Knochenschmerzen und Hauterkrankungen.

Die Breite an möglichen Auswirkungen ist überwältigend und kann die Suche nach einer Diagnose erschweren. Es ist zudem wichtig zu beachten, dass manche Menschen mit Zöliakie keine offensichtlichen Symptome zeigen, die Krankheit jedoch langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Die Diagnose selbst erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Bluttests und einer Dünndarmbiopsie. Wichtig ist, dass für eine korrekte Diagnose vor den Tests weiterhin glutenhaltige Lebensmittel konsumiert werden müssen.

Die einzige wirksame Behandlung der Zöliakie ist eine lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung. Bereits kleine Mengen Gluten können Symptome auslösen und den Darm dauerhaft schädigen. Daher ist es wichtig, nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch auf mögliche Spuren von Gluten in Medikamenten, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln zu achten. Das Lesen von Zutatenlisten und Kennzeichnungen sollte beim Einkauf also besonders beachtet werden.

Ein Leben mit Zöliakie erfordert Aufmerksamkeit und Disziplin, kann jedoch mit der richtigen Anpassung gut gemeistert werden. Unterstützung durch Ernährungsberater und Selbsthilfegruppen kann Betroffenen helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern und mit der Krankheit besser umzugehen.

Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns gerne über das Kontaktformular des Gesundheitsportals.

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